Aufgeschnappt in den Medien: Rosenbauer – zwielichtige Nebentätigkeiten?

November 29th, 2010 § 0 comments

Dunkle Wolken über Synodalen

Geschäftsführer (Dr. Josef Rosenbauer, CDU anm. d Schafe) unter Druck

Dunkle Wolken über Synodalen – Ein anonymer Brief sorgt bei der Diakonie im Siegerland gGmbH für neuen Konfliktstoff.

aus der Siegener Zeitung, online

sob – Leise rieselte der Schnee, als die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Siegen am Mittwoch in der CVJM-Jugendbildungsstätte Wilgersdorf zu ihrer Herbstversammlung zusammenkam. Die dunklen Wolken verzogen sich – vom Firmament direkt in den Sitzungssaal, wo das Thema Diakonie nicht zum ersten Mal für Vorwürfe, Verteidigung und Verstimmung sorgte. Wie nachhaltig, wird sich zeigen müssen. Dr. Josef Rosenbauer, Geschäftsführer der Diakonie in Südwestfalen gGmbH, war jedenfalls sichtlich “bedient”. “Unglaublich, ich werde hier öffentlich demontiert”, zeigte er sich in einer Gesprächsrunde vor der Tür sichtlich betroffen über das, was er zuvor im Tagungsraum hatte hören müssen.

Angebliche Strafanzeige lässt auf sich warten

Hintergrund des neuerlichen Diakonie-Konflikts: Ein anonymer Brief, der Medien in Mainz zugeleitet worden war mit der bislang nicht vollzogenen Ankündigung, eine Strafanzeige wegen illegaler Parteienfinanzierung, Untreue und Betrugs bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten. Wie von der SZ berichtet, wird in dem Schreiben der Vorwurf erhoben, dass bei der Diakonie zwei Mitarbeiter beschäftigt seien, die weitgehend Arbeiten für Rosenbauer und für die CDU erledigten.

Nebentätigkeit klar geregelt

Rosenbauer selbst hatte die Siegener Zeitung am 18. November über den anonymen Brief informiert, sich von den Vorwürfen distanziert und klargestellt, dass die in Rede stehende Nebentätigkeit der betreffenden Mitarbeiter in Form minimaler Stundenverträge klar geregelt und daraus auch nie ein Geheimnis gemacht worden sei. Ebenso wie aus seinen eigenen politischen Tätigkeiten als CDU-Landtagsabgeordneter und Generalsekretär der rheinland-pfälzischen CDU.

Fragen aufgeworfen

Was eigentlich bekannt und intern auch vertraglich geregelt ist, hat nach außen Fragen aufgeworfen, wie Pfarrerin Jutta Ostermann, Theologische Direktorin der Diakonie in Südwestfalen, der Synode eröffnete: Der Vorgang sei “für ehrenamtlich Mitarbeitende in der Diakonie mit einiger Aufregung verbunden”.

Ostermann: unklug und riskant

So sei das Diakonische Werk im Kirchenkreis Siegen mit Blick auf die Adventssammlung gebeten worden, den Sammlerinnen und Sammlern eine Stellungnahme an die Hand zu geben. Die fiel recht knapp aus: “Der Presse in Mainz wurde Mitte der Woche ein anonymer Brief zugestellt, der Vorwürfe gegenüber Dr. Rosenbauer beinhaltet. Der Staatsanwaltschaft liegt bis zum heutigen Zeitpunkt keine entsprechende Anzeige vor. Die in dem anonymen Schreiben erhobenen Vorwürfe bzgl. der Arbeitsverträge von Mitarbeitenden der Diakonie in Südwestfalen entbehren jeglicher Grundlage.”Eine Nebenbeschäftigung für die CDU und das Zusammentreffen von Partei- und Diakoniearbeit, so gab Jutta Ostermann nunmehr gegenüber den Synodalen zu Protokoll, “ist strafrechtlich nicht relevant”, um dann nicht nur zum Entsetzen Rosenbauers anzuschließen: “aber unklug und riskant”. Worte, die trafen. Der Diakonie-Geschäftsführer war fassungslos: “Frau Ostermann hat mit mir noch kein Wort über den Vorgang gewechselt”, versuchte Rosenbauer kurz nach dem Tiefschlag in kleiner Runde Luft zu holen.Aber es waren nicht nur Jutta Ostermanns Worte, die einen neuen Graben aufwarfen oder vielleicht auch nur einen alten sichtbar werden ließen. So stellte Pfarrer Jochen Wahl (Burbach) mit Blick auf Rosenbauer die Frage in den Raum, wie lange dessen Doppeltätigkeit “noch gut geht”.Eine Frage, die wiederum Superintendentin Annette Kurschus nicht unkommentiert lassen wollte: Im Diakonie-Verwaltungsrat, so eröffnete die Superintendentin den Synodalen, sei ausführlich über die Thematik gesprochen worden. Und weiter: “Sie können gewiss sein, dass in diesem Gremium die Initiative ergriffen wird.” Was darunter zu verstehen ist, ließ sie gegenüber den Synodalen offen. “Wir wollen uns mit den aufgeworfenen Fragen befassen”, nahm die Superintendentin später auf Nachfrage der SZ ihren Worten den bedrohlichen Unterton. Zu diesem Zeitpunkt hatte Josef Rosenbauer den Saal bereits verlassen.

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