Warum bekämpft Klöckner den Islam?

Oktober 11th, 2010 § 0 comments

Sie hat sich wieder zu Wort gemeldet. Diesmal vor dem Hintergrund der Forderung von SPD und Grünen zur Anerkennung des islamischen Glaubens als kirchliche Institution (Körperschaft des öffentlichen Rechts): Keine Gleichstellung von Islam und Kirche – schreibt Klöckner. Natürlich kann man den pauschalen Vorstoß von SPD und Grünen mit dem Argument begegnen, dass es „den“ Islam nicht gebe, sondern unterschiedliche Glaubensströmungen wie etwa Sunniten, Schiiten, Charidschiten, Sufisten, um nur einige zu nennen. So argumentiert, hätte sie zumindest einen diskussionswürden Ansatz für eine zukünftig stattfindende Debatte geliefert. Stattdessen schlägt sie aber in die Kerbe von Angst, Polemik und Vorurteilen:

„So lange wir noch über Probleme wie Zwangsheirat, Ehrenmorde oder mittelalterliches Geschlechterbild diskutieren müssen – und so lange Muslime, die zum Christentum übertreten, in weiten Teilen der islamischen Welt um ihr Leben fürchten müssen, ist an einer Gleichstellung überhaupt nicht zu denken.“

Das sind starke Worte. Natürlich gibt es diese Probleme, Auswüchse, Gewalt und antiquierte Geschlechterbilder in der islamischen Welt. Aber man findet vergleichbare Abscheulichkeiten auch in der christlichen Welt, in Deutschland und Europa. Und es ist noch nicht lange her, da war das Frauenbild in weiten Teilen einer christlich demokratischen Partei von Kinder, Küche, Kirche bestimmt. Werfen wir einen Blick nach Nordirland stellen wir fest, dass dort Jahrzehnte lang ein blutiger Bruderkrieg legitimiert durch den Glauben zwischen Katholiken und Protestanten geführt wurde. Und verurteilen wir den christlichen Glauben in Gänze, weil es in katholischen Klöstern und Schulen zu abartigen und verabscheuungswürdigen sexuellen Übergriffen geistlicher Würdenträger auf minderjährige Schutzbefohlene gekommen ist? Das sind nur einige der dunklen Flecken auf dem christlichen Glauben.

Um es deutlich zu sagen: Es geht nicht darum Schlechtes gegen Schlechtes aufzuwiegen und Unrecht rechtens werden zu lassen. Aber es ist falsch und wider besserem Wissens von den genannten Auswüchsen auf eine Kausalität der Gewalt und Rückständigkeit hüben wie drüben in Gänze zu schließen! Egal welcher Glauben!

Was würde also passieren, setzte man die islamischen Glaubensströmungen den Christlichen rechtlich gleich und gestünde ihnen die Körperschaft des öffentlichen Rechts zu? Wäre es ein Zeichen der Abwertung der einen, oder eine Aufwertung und Zeichen des „angekommen-sein“ für die anderen? Warum billigt man es religiösen Gemeinschaften wie den Zeugen Jehovas, der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzen Tage (Mormonen) oder den Christian Science dieses Privileg zu und verweigert es den Glaubensströmungen einer der ältesten Glaubensrichtung?
Daher entlarvt sich die CDU Kandidaten abermals als Schwertführerin in einem von ihr dem Wahlkampf aufoktroyiertem Kampf der Kulturen: Denn wenn die Anerkennung für sie ein

„[…] völlig falsches Signal […]“

sei, was wäre dann ein richtiges? Wenn sich alle Muslime dem christlichen Glauben anschlössen und sich unterwürfen?

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